Ein Bild. Eine Geschichte.
- Stela Grützmann
- vor 6 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Wiesengeheimnisse – auf der Suche nach dem verborgenen Wissen der Natur
Manchmal ist ein Auftrag vor allem eines, es steht mit Vertrauen in Verbindung.
Als ich von der Arnika Akademie den Auftrag für dieses Werk erhielt, gab es keine konkreten Vorgaben für Motiv oder Gestaltung. Ich durfte meiner Fantasie freien Lauf lassen. Nur eines war für mich im Bewusstsein. Das Bild sollte die besondere Verbindung zwischen Mensch, Natur und dem Wissen um die Kraft der Pflanzen erzählen.
So entstand mein Kunstwerk „Wiesengeheimnisse“.
Im Mittelpunkt der Pflanzenwelt leuchtet die Arnika. Ihre kräftigen gelben Blüten ziehen den Blick auf sich und werden zum strahlenden Zeichen für jene Heilpflanzen, deren Eigenschaften und Anwendung in der Akademie vermittelt werden. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt, dass in dieser Welt etwas nicht den gewohnten Maßstäben entspricht.
Zwischen der hoch aufragenden Arnika und den überdimensionalen, schildförmigen Blättern der Kapuzinerkresse stehen zwei winzige Gestalten: ein Druide und eine Hexe.
Ich habe diese beiden Figuren ganz bewusst gewählt. Seit Jahrhunderten verbinden wir Druiden, Kräuterkundige und weise Frauen mit überliefertem Wissen über Pflanzen und ihre heilenden Kräfte. In meinem Bild werden sie zu Sinnbildern für die Neugier des Menschen und seine jahrhundertealte Suche nach den Geheimnissen der Natur.
Und obwohl sie Wissen besitzen, sind sie klein.
Sehr klein sogar.
Arnika und Kapuzinerkresse überragen die beiden beinahe wie mächtige Bäume. Dieser Größenunterschied ist für mich ein wichtiger Teil der Geschichte. Denn wer die Geheimnisse der Pflanzen entdecken möchte, muss sich auf die Natur einlassen. Wir müssen uns ihr nähern, genau hinsehen und manchmal gedanklich selbst ganz klein werden, um Dinge wahrzunehmen, an denen wir sonst achtlos vorübergehen.
Vielleicht beginnt Wissen genau dort, es beginnt mit dem Staunen.
Auch der Ort, an dem sich meine beiden Pflanzenkundigen bewegen, sollte kein gewöhnlicher Wiesengrund sein. Er ist geheimnisvoll, ein wenig verwunschen und vielleicht sogar magisch. Aus der Dunkelheit fallen warme Sonnenstrahlen durch die Pflanzenwelt und erhellen einzelne Bereiche. Es wird nicht deutlich, wohin der Weg der beiden führen wird oder welche Entdeckung hinter dem nächsten Blatt auf sie wartet.
Auch das Licht weist ihnen nicht den Weg konkreten Weg, denn es verrät nicht alles.
Genau darin liegt für mich das Geheimnis dieses Bildes. Die Natur zeigt uns ihre Schätze nicht immer auf den ersten Blick. Manches Wissen muss gesucht, bewahrt und von Generation zu Generation weitergegeben werden. Und manches Geheimnis offenbart sich vielleicht nur demjenigen, der bereit ist, sich tief genug in diese Welt hineinzubegeben.
„Wiesengeheimnisse“ ist deshalb für mich eine Einladung zum genauen Hinsehen, neugierig zu bleiben und der Natur wieder mit etwas mehr Ehrfurcht und Staunen zu begegnen.
Denn vielleicht wartet das größte Geheimnis nicht irgendwo in der Ferne.
Vielleicht wächst es längst direkt vor unseren Füßen.
Ihre Estla





Kommentare